Heute ging’s los – und wie!
Grundkurs-Abi in Bayern, dramatische Szenen spielten sich ab eigentlich war’s ganz okay.
Ich war heute immer noch nicht aufgeregt, was prinzipiell mal ganz angenehm war. Dafür heute vorhanden: Das „Ich geh da jetzt rein und gebe mein Bestes“-Gefühl, auch ganz nett.
Getoppt wurde das eigentlich nur noch von dem Foto in der Zeitung. Der Artikel ging über das heute beginnende Abitur an unserem und einem weiteren Gymnasium in der Region und illustriert wurde das – tataaaa! – mit dem Abi-Plakat, das die Theater-Leute für uns gebastelt haben. Ich kam aus dem Grinsen gar nicht mehr raus! (Vor allem weil in der Schule echt viele auffällige Plakate hängen, der Fotograf hatte eine ziemliche Auswahl – ich reich das noch mal nach…)
Auf der Fahrt in Richtung Schule hab ich mir im Auto dann noch einmal die volle Packung Beatsteaks live gegeben, das hat dann noch mal gepusht. Im Gymnasium hab ich dann noch (Parkplatzsuche sei dank) verpasst, was uns unser Kollegstufenbetreuer zur Aufmunterung mit auf den Weg gegeben hat. Danach ging die versammelte Stufe in den zweiten und dritten Stock des Kollegstufenbaus, wo die Prüfungen stattfinden würde. Oben dann etwas Chaos: Wer schreibt in welchem Raum? Darf man Taschen mit reinnehmen? Körbe auch nicht?
Als dann schließlich alle an ihrem Platz saßen, ging’s noch einmal um Formalitäten: Welcher Name wo hin? In welchem Kurs bin ich eigentlich? Und vor allem: Welche Mathe-Aufgaben sollen wir bearbeiten?
(Als kleine Aufmunterung hatte uns Herr Pöllmann noch für jeden aus seinem Kurs ein kleines Päckchen mit Traubenzucker, Prinzenrolle und Weingummis geschnürt – hat mir total gefallen, dass er uns das, verbunden mit dem Wunsch nach viel Erfolg, mit auf den Weg gegeben hat. Und der andere Mathe-Kurs von Herrn Baum ging leer aus – tja, that’s life.)
In den folgenden drei Stunden haben wir dann unsere drei Aufgaben (I, IV und Geometrie weiß ich nicht mehr – auf jeden Fall die mit dem Berg, der aus zwei sich schneidenden Ebenen entsteht) gerechnet. Ich muss sagen: So konzentriert war ich noch nie! Lag sicherlich auch daran, dass man alles getan hat, um uns möglichst gute Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Als wir dann abgegeben haben, hat sich das trotzdem nicht nach drei Stunden angefühlt. Ich war mit dem ersten Durchgang durch die Aufgaben relativ schnell fertig, hatte fast noch eine Stunde Zeit, um alles zu überprüfen und die Teilaufgaben, die ich beim ersten Mal falsch oder gar nicht hatte, konzentriert anzugehen. Diese letzte Stunde ging dann aber ziemlich zackig vorüber, ich bin gerade so fertig geworden (also ohne großen Zeitdruck im Nacken, einfach mit normalem Tempo gerechnet).
Infinitesimalrechnung fand ich ziemlich einfach. Stammfunktionen berechnen ist selten schön, aber das ging auch. Außerdem waren theoretische Erklärungen gefordert, die aber mit einer Formelsammlung ganz gut gelöst werden konnten. Aus dem Bauch raus würde ich mal sagen: So um die 12 Punkte, es sei denn, ich hab irgendwo einen großen Bock geschossen.
Stochastik fand ich etwas seltsam (aber so richtig sicher war ich mir da in den letzten Tagen ohnehin nicht) und bei einigen Aufgaben weiß ich nicht, ob mein Ergebnis passt. Bei der letzten eher nicht. (Unsere Aufgabe ging um Rauchverbot in Restaurants und rauchende Schülerinnen. Die andere Stochastik-Aufgabe klang etwas interessanter, da ging’s am Anfang um die Geschäftsidee von MyMüsli – welche von den Aufgaben aber schwerer war, weiß ich nicht.) Wie viele Punkte es werden, kann ich nicht einschätzen. Ich vermute, so um die 8 oder 9 werden’s am Ende werden – mittendrin sieht’s bei mir mal sehr unsicher aus.
Analytische Geometrie fand ich relativ einfach, das dürfte so ziemlich die einfachste Aufgabe auf diesem Gebiet sein, die ich bis heute gerechnet habe. (Einige sahen es allerdings anders.) Manchmal musste man von zwei möglichen Wegen den einen verfolgen, um schnell und elegant ans Ziel zu kommen (und man konnte vorher nicht sehen, welcher der einfachere war – für alle Mitschreiber: ich meine die Sache mit dem Nachweis der Schnittgerade, wenn man da nicht F aufgedröselt hat, sieht man alles andere als das richtige Ergebnis), manchmal musste man bestimmte Stoffgebiete angesprochen haben (Spurgeraden – ich hab’s mir vorgestern noch mal angeschaut, aber eigentlich stand’s auch in der Formelsammlung) und manchmal musste man einfach nur genau zeichnen und sich dann zur Verdeutlichung farbig reinschmieren, welche Ebene jetzt wie liegt. Wenn man das alles gemacht hat, dann war’s echt einfach, fand ich zumindest.
Ich sag mal so: Wenn’s nicht zweistellig wird, wäre ich überrascht. 12 sollten drin sein.
Mit Mathe ist jetzt auch das Fach vorüber, wo ich im Vorfeld die größten Bedenken hatte. Am Montag steht Sozi/Geschichte an, ich hab mich bei dem guten Wetter heute mal wieder in den Garten legen und lernen können. Viele vermuten ja, dass entweder Grundgesetz (60 Jahre) oder Mauerfall (20 Jahre, war aber letztes Jahr schon dran) im Abi gefragt sein wird. Ich glaub da irgendwie nicht dran… (So insgeheim hätte ich Bock auf den „Deutschen Herbst“, aber solange es nicht ganz alt, also die Konferenzen der Alliierten während des Zweiten Weltkriegs, oder ganz modern ist, sehe ich eigentlich ganz gute Chancen.)
Ach ja, und parallel muss ich natürlich auch noch Deutsch wiederholen, das ich bislang etwas vernachlässigt habe. Aber: Wird schon. Und alles war wesentlich weniger hektisch, als ich es erwartet hatte.