Im Vorfeld hört man ja viel von diesem berühmten Loch, in das man nach dem Abi angeblich fallen soll. Hatte ich nicht. Bis heute.
Ich weiß nicht, warum ich einfach nach dem Abi weitergemacht hab. Hab’s einfach gemacht. Es gab genügend Projekte, in die ich Zeit investieren konnte, ich hab die Schlagzahl ganz entspannt heruntergefahren und mache einfach so mein Ding. Bewerbung für Uni, Bewerbung für Stipendien, daneben einige andere Projekte und Ideen. Dass der gewohnte Kreis von Personen um mich herum in wenigen Wochen verschwunden sein wird, ist mir nicht wirklich bewusst. Ich treffe im Moment einige dieser Personen, unternehme etwas, versuche Kontakt zu erhalten (bei anderen hab ich’s noch nicht geschafft, aber das kommt wohl noch).
Aber heute hat sich eins verändert. Heute war Theater-Nachtreffen, also: gemeinsam essen, trinken, lachen und die Aufzeichnung der Aufführung auf DVD anschauen. Wir waren nur drei Abiturienten in der gesamten Truppe, alle anderen bleiben auf der Schule – und ich denke, ich kann für uns drei sprechen, dass wir verdammt wehmütig gehen.
Mein Verhältnis zu den Theater-Leuten zu beschreiben ist nicht leicht. Es sind nicht die Leute, mit denen ich normalerweise am Wochenende weggehe, es ist nicht mein engster Freundeskreis – was aber nicht heißt, dass ich die Leute nicht mag, im Gegenteil! Das ist einfach eine Mannschaft, die gut zusammen passt. Ein Haufen Extrovertierter, die sich gerne präsentieren. Das macht einfach Spaß, mit diesen Leuten herumzuhängen! Aber sie sind noch etwas anderes als „klassische“ Freunde, etwas, das darüber hinaus geht. Ich habe mit diesen Menschen etwa ein halbes Jahr lang die Wochenenden in der Schule verbracht, habe meine Zeit geopfert, um zusammen mit ihnen was auf die Beine zu stellen. Gerade am Aufführungswochenende schweißt das ungeheuer zusammen – das sind nicht einfach nur ein paar Leute, mit denen man weggeht, das ist etwas ganz anderes, immer pendelnd zwischen genialischem Witz und Wahnsinn.
Beim Theater kommen Leute zusammen, die ansonsten nicht unbedingt viel miteinander zu tun haben. Und das Schöne ist: Das ist ein lauter und redefreudiger Haufen! Da ist immer was los, da passiert immer etwas!
Heute haben Christiane, Robert und ich uns von diesem Haufen vorerst verabschieden müssen, schweren Herzens. Chris hat es wohl am härtesten erwischt, sie geht für ein Jahr in den Senegal. Robert bleibt in Höchstadt, studiert in Erlangen. Ich ziehe wahrscheinlich nach Konstanz, bin also etwa 4 Auto-Stunden von der Heimat entfernt.
Es war ein komisches Gefühl, sich mit den Theater-Leuten auch darüber zu unterhalten, was man im nächsten Jahr spielen könnte – und gleichzeitig zu wissen, dass man nur Zuschauer sein wird (bzw. ich habe angeboten, etwa beim Getränkeverkauf zu helfen). Dass diese Leute jetzt ihr Stück machen und man nicht dabei sein wird. Dass diese Leute, die irgendwie nicht Freunde sondern mehr sind, jetzt irgendwie verschwinden werden – oder besser: dass ich verschwinden werde. Das schmerzt. Natürlich versucht man, diese Lücke zu kompensieren, man schaut mal bei den Proben vorbei und kommt natürlich zur Aufführung. Aber man ist nicht mehr Teil der Truppe, man kennt all die internen Witze, all die Anspielungen nicht mehr, man ist nicht begeistert von diesem einen Lied, das alle während der Proben dauernd singen.
Heute ist mir zum ersten Mal nach dem Abi aufgefallen, dass ich eine ganz bestimmte Gruppe Menschen wirklich vermissen werde.
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1 Antwort bis hierher ↓
Frau Oberpräparator // 26. Juli 2009 um 10:09
mhm….irgentwie hat mich des jetz ganz traurig gemacht…ich glaub ich werd euch auch vermissen=)