Ich gestehe: Ich kann nicht kochen. Noch nicht. (Liegt vor allem daran, dass meine Mutter Hauswirtschaftslehrerin ist und mir jedes Mal, wenn ich etwas kochen wollte, die Sachen aus der Hand riss, weil man das ja eigentlich ganz anders macht und sie übernimmt das schnell und so geht das viel einfacher. Außerdem wohnen meine Großeltern bei uns im Haus, wenn meine Mom also nicht da ist, hat meine Oma was gekocht – ich musste also nie kochen und hab’s deswegen auch nicht getan.) Muss sich ändern, soll sich ändern, wird sich ändern. Wenn ich jetzt nach dem Abi ausziehen werde, muss ich ja irgendwie überleben.
Meine Mom hat mir schon versprochen, dass es in der kommenden Woche einen Crashkurs gibt und wenn die Schule für sie wieder anfängt, bin ich fürs Mittagessen verantwortlich.
Bis hierhin alles noch unspektakulär. Aaaaaber: Meine Leute sind in dieser Woche in Konstanz (wo ich eventuell ab Herbst studieren werde). Und ich hab mir eins gedacht: „I’ll show you!“ Das Schöne: Wenn’s nix wird, dann schmeißt man’s weg und erwähnt’s mit keinem Wort. Und wenn’s was wird, dann prahlt man groß damit herum. Das mache ich jetzt!
Meine Idee: Wir hatten noch eine halbe Melone (Sorte kenne ich nicht, schmeckte ein kleines bisschen nach Banane) im Kühlschrank und ich hab mir gedacht, daraus könnte man doch einen wunderbaren Salat zaubern. Nachdem ich diesen Gedanken etwas reifen ließ, kam mir die Idee, man könnte nicht nur aus, sondern auch mit der Melone etwas machen. Also: Salat in der Melone.
Eigentlich wollte ich Feldsalat nehmen, aber anscheinend war ich im Supermarkt zu schlau zum Lesen und habe irgendeinen anderen Salat mitgenommen. Naja, muss auch so gehen. (Außerdem hatte ich mir noch Walnüsse gekauft – irgendwie war ich fest davon überzeugt, dass sie mit Schokolade ummantelt und deswegen was zum Naschen wären, wenn man abends auf dem Sofa liegt. Wieso ich auf die Schoko-Idee kam, ist mir im Nachhinein ein Rätsel, denn es waren einfach nur Walnüsse. Okay, die gehen also auch in den Salat.)
Da ich noch nie in meinem Leben ein Dressing gemacht habe, war eine kurze Internet-Recherche nötig, um ein passendes Verhältnis von Essig und Öl herauszufinden, der Rest war Freestyle und überraschend lecker.
Um einen kleinen Kontrast zu den Melonenstücken zu erzeugen, hab ich schließlich noch Schinken angebraten und mit hineingegeben. In der Summe sieht das dann so aus:
Wir sehen hier: Blattsalat mit Melone, Walnuss, Schinken, serviert in einer Melone. (Die erste Reaktion meiner Mom, nachdem ich ihr das Bild per E-Mail geschickt habe: „Hast du das Foto irgendwo aus dem Internet kopiert?“
)
Ich bin ganz froh, dass meine Mom nur das Ergebnis kennt, der Weg dorthin war alles andere als ästhetisch. Handwerklich unheimlich unsauber!
Aber hey, solange man nur dieses eine Bild sieht, ist alles okay…
Ich sollte an dieser Stelle noch erwähnen, dass ich zwar extrem ungeübt bin, aber dennoch die fixe Idee habe, dass mir meine Mom etwas von ihrem Können vererbt hat – und außerdem macht es ziemlich Spaß, in der Küche zu stehen. Vor allem, wenn ich im Beisein meiner Mom einen auf Profi mache und jeden ihrer Sätze mit einem lauten „Jawoll!“ kommentiere (macht man in von Profis geführten Küchen so, um zu checken, ob die Kommandos und Bestellungen ankamen – hab ich bei den „Kochprofis“ gelernt…
)
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8 Antworten bis hierher ↓
Flo // 4. Juni 2009 um 10:54
Honigmelone heißt das Ding mein Freund =)
Aber rühreier kannst ja oder ? Dann wird das mitm Auszug kein Stress, glaubs mir.
Max // 4. Juni 2009 um 11:01
Sicher? Ich meinte, dass Honigmelone ein bisschen anders schmeckt. (Gibt’s da was Ähnliches? Bei der Google-Bildersuche zu „Honigmelone“ passen manche Ergebnisse und manche sehen ganz anders aus.)
Rührei ist kein Problem, Pizza dürfte wahrscheinlich auch klappen (hab noch keinen Versuch ganz alleine gewagt).
)
Lustig fand ich den Lehrerkollegen meiner Mom: „Wieso muss der kochen können, gibt doch ne Mensa?!“
(Interessant war wieder ein anderer Kollege, der von seiner Freundin vor Jahren einen Männerkochkurs geschenkt bekam – die Runde hat sich gehalten und kocht auch heute noch, also lange nach dem offiziellen Ende des Kurses, regelmäßig einmal die Woche und trinkt dabei entspannt ein oder zwei Bierchen.
nailimixam // 4. Juni 2009 um 19:25
Zur Not bleibt ja noch der beste Freund des Studenten: Die Nudel. =)
sphinx // 5. Juni 2009 um 17:04
vielleicht netzmelone?
Max // 5. Juni 2009 um 20:13
Ich hab vorhin den Namen erfahren, ihn aber sofort wieder vergessen. Vielleicht morgen…
Niki // 10. Juni 2009 um 00:50
also mir sieht dass nach einer Galliamelone aus
Niki // 10. Juni 2009 um 00:51
aber lecker allemal! für noch nie gemacht: Respekt!!
Max // 10. Juni 2009 um 10:25
Galliamelone könnte es sein, meine Mom hat irgendwas gesagt, das fast genauso klang. Haben wir’s also doch noch rausgefunden…
@Niki: Ich glaube, du willst nicht wissen, wie die Küche danach aussah. Aber was zählt ist das Ergebnis.