Beiträge vom Mai 2009
Vier Tage seit dem letzten Artikel – mir kommt’s viel länger vor. Kurze Zusammenfassung:
- Ich hatte Colloquium, am Mittwoch. Gemeinsam mit ein paar Kollegiaten, die zeitgleich mit mir geprüft wurden, bin ich vorher noch etwas in der Aula rumgesessen. Stimmung war gut, alle haben sich darauf gefreut, dass es jetzt bald vorbei ist. Nicht zu übersehen: Der Versuch, durch seriöse Kleidung Kompetenz auszustrahlen. Hallo Labi, hallo Chris!
- Als ich am Mittwoch in der Schule war, bin ich zufällig meiner Colloq-Prüferin über den Weg gelaufen. Ihr erster Spruch: „Aaaaaah, der Mann mit den lustigen Fragen ist da…“
(Ich hatte ihr Ende letzter Woche einige Fragen per E-Mail geschickt, die anscheinend alle relativ ungewöhnlich waren. Jedenfalls konnte sie manche nicht beantworten und wollte die anderen nicht beantworten…)
- Am Mittwochvormittag hab ich noch dabei geholfen, die Abi-Zeitung gegenzulesen. Wir haben einige Fehler gefunden, an manchen Ecken musste noch nachgearbeitet werden und gleichzeitig sind wir uns sicher, dass in der endgültig gedruckten Version immer noch Fehler drin sind. Ist blöd, aber ist so. Ihr habt einfach zu viel geschrieben, das kann man gar nicht alles lesen
(Inzwischen ist die Zeitung schon im Druck.)
- Colloquium selbst ist wesentlich angenehmer als ich es gedacht hätte. Wir (6 Leute, die alle gleichzeitig Prüfung hatten) haben zuerst mit dem uns beaufsichtigenden Lehrer Witze gerissen und zumindest bei mir ging’s während der Prüfung auch in ähnlichem Stil weiter. Ich hab furchtbar schnell und furchtbar viel geredet während dieser halben Stunde. Ich stelle fest:
Englisch-Colloquium = 30min so flüssig Englisch reden, wie man es sonst nur unter Alkoholeinfluss tut.
- Gestern war – genau! – Berch-Anstich. Der Plan unserer Jahrgangsstufe: Einige Tische erobern und dann das Abi feiern. Der Weg dazu: Um 14:40 saß ich im Bus nach Erlangen. Um mich herum: Erstens Schüler auf dem Weg nach hause, zweitens Abiturienten, die alle „Wasser“ oder „O-Saft“ tranken. Nach einem kurzen Abstecher über einen Erlanger Supermarkt ging’s dann (etwa 15:30) ab auf den Berch. Überraschenderweise gab’s da noch genügend Plätze und wir haben es tatsächlich geschafft, uns auf dem Niklas Keller genug Tische für alle zu sichern.
Zum Verlauf des Abends sag ich nur eins: Das Abi will gefeiert werden! Und das haben wir auch getan!
(Insgesamt waren von uns so an die 40 Mann da, verteilt auf drei Tische.)
Für alle aus meiner Stufe, die das verpasst haben bzw. noch mal erleben wollen: Wenn ich richtig informiert bin, lautet der Plan, dass wir noch einmal gemeinsam auf den Berch gehen. Ich hab von Montag oder Dienstag gehört, gibt wahrscheinlich wieder eine Rund-Mail (gerne auch wieder mit „guten Bekannten“ der Stufe, wie Nic). (Alina hat vom Anstich-Abend einige Bilder ins studiVZ geschickt; Adi, ich und noch jemand wurden auch von irgendeiner Tucher-Fotografin abgelichtet, das Bild hab ich aber noch nicht gefunden.)
- Die Abi-Shirts sind da!!! Heute morgen um 9 Uhr stand bei uns Sandras Mom in der Tür und hat mir mein T-Shirt und meinen Pulli vorbeigebracht. Anscheinend ist das komplette Wohnzimmer vollgestopft mit Abi-Shirts, weswegen sich Sandras Mom zu dieser kurzfristigen Auslieferaktion motiviert sah.
Wer sein Shirt noch nicht hat: Sandras Mom freut sich über jeden, der dafür sorgt, dass ihr Wohnzimmer wieder bewohnbar wird.
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Bald ist’s vorbei, endgültig vorbei. Während gestern und heute schon eine beträchtliche Anzahl Leute ihr Colloquium hinter sich bringt, bin ich erst morgen dran. Dafür angenehm früh, 13:30 beginnt meine Vorbereitungszeit. (Für alle „Auswärtigen“, die mitlesen: Wegen Colloquium darf bei uns kein Unterricht ausfallen, deswegen sind die Prüfungen nur nachmittags. Mein Termin ist der frühestmögliche an diesem Tag.)
Und eine Stunde später werde ich dann die Schule verlassen und erst einmal tief durchatmen.
(Ich bin aber morgen vormittag auch schon/noch in der Schule: Der Probedruck der Abi-Zeitung ist fertig und muss/soll/kann/darf gegengelesen werden. Bin schon gespannt, was da am Ende herauskam.
)
Aufs Colloquium fühle ich mich eigentlich ganz gut vorbereitet. Hab die ganzen Texte endlos wiederholt, mir Zusatz-Informationen besorgt, außerdem englische Filme geschaut (Die Queen und Good Night, And Good Luck – besonders letzterer ist auf Englisch sehr zu empfehlen) und Radio auf Englisch gehört (im Moment wartet die zweite Hälfte der aktuellen Folge von „Football Weekly“ auf meinem iPod darauf, von mir gehört zu werden).
Mal schauen, ob das reicht und mir während der Prüfung auch die passenden Vokabeln einfallen (das ist irgendwie so meine größte Befürchtung).
Ach ja, gerade kam per schülerVZ eine Nachricht, die mich noch mal richtig aufgemuntert hat. Dafür liebe ich unseren Jahrgang!!!!
Hey…um unser Abi beim Berg Anstich gemeinsam feiern zu können, wäre der Plan sich am Donnerstag um halb vier am Martin Luther Platz an der Bushalte zu treffen. Und dann suchen wir uns gemeinsam einen schönen Platz. Bitte gebt das an alle weiter die Lust haben gemeinsam auf den Berg zu gehen. Also bis denn dann…grüßle Terre
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Gestern abend musste ich feststellen, dass englische Untertitel bei DVDs eher die Ausnahme als die Regel sind. „The Queen“ und „Good Will Hunting“ hatten beide deutsche Untertitel an Bord, aber keine englischen. Also: Hardcore-Variante wählen und sich die volle Packung Queen-Englisch reinballern, dann eben ohne Untertitel. Tremendously impressive. (Und sogar der persönliche Assistent der Queen sagt „thing“, obwohl das meine Englischlehrerin stets als schlechten Stil geißelte – da scheint die gute Frau B. wohl tatsächlich unrecht zu haben.
)
Seit heute weiß ich übrigens auch, dass ich an einem Montag und nach chinesischem Sternzeichen im Jahr der Schlange geboren worden bin; in Hundejahren gerechnet wäre ich 133 Jährchen. Behauptet zumindest Dayofbirth.co.uk.
Nachdem meine Englisch-Lernerei für heute beendet war, hab ich’s tatsächlich geschafft, auch die letzten Winkel des Hauses mit drahtlosem Internet zu versorgen. Der erste Versuch vor einigen Wochen ging gehörig in die Hose und das Gerät sträubte sich beharrlich. Aber angeblich sollte das ja alles total einfach gehen, also hab ich noch mal einen zweiten Versuch gewagt und siehe da – es ist auch einfach. (Woran’s beim ersten Mal lag, weiß ich nicht.)
Heute abend geht’s noch mit einigen guten Freunden auf einen Bierkeller. Wird für mich in diesem Jahr meine Premiere.
Und: Ich freu mich schon total…
Achja, Englisch hab ich natürlich trotzdem gelernt…
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Colloquium ist ein bisschen ungewohnt: Referat (okay, hab ich zwei Jahre lang gemacht in Englisch, das läuft), übers Referat reden (läuft auch), dann noch Fragen zum Unterrichtsstoff und zur Begleitlektüre (kann man lesen und wiederholen). Die Frage ist nur: Wie intensiv muss man da alles lernen?
Ich traue mir zu, relativ spontan ein akzeptables Referat über den US-Wahlkampf halten zu können (das fällt in mein Schwerpunktthema), aber inwiefern muss ich da mit großem Hintergrundwissen aufkreuzen? Und krieg ich zur Referatsvorbereitung Material oder muss ich das alles irgendwie aus dem Ärmel schütteln?
Auch die „Wissensfragen“: Ich hab mir jetzt alle Arbeitsblätter und Texte zusammengesucht, die Stoffmenge ist eigentlich ganz angenehm. Aber muss ich alle Blätter jetzt von vorne bis hinten können?
Ich hoffe mal, mir wird in den nächsten Tagen einiges klarer…
Um noch einmal auf den Titel dieses Beitrags zurückzukommen: Im Moment ist das irgendwie eine seltsame Zeit. Man hat so das Gefühl, dass man’s jetzt geschafft hat, weil die ganzen schriftlichen Prüfungen vorbei sind. Andererseits weiß man natürlich auch, dass es da noch das Colloquium gibt, das man nicht unterschätzen sollte. Andererseits: Für die anderen drei Abi-Fächer hat man auch nicht viel mehr gemacht, nur hat man jetzt den ganzen Tag Zeit und muss nicht in die Schule. (Außerdem kommt bei mir hinzu, dass ich direkt nach den schriftlichen Prüfungen körperlich etwas „down“ war, nachdem der ganze Druck abfiel. Ich hab erst einmal zwei Tage Pause gebraucht, bevor ich wieder wirklich etwas lernen konnte, obwohl ich’s auch während dieser zwei Tage immer wieder versucht hab.) Also hat man verhältnismäßig viel Zeit, ich hab in der letzten Woche zwei Bücher gelesen und ein drittes angefangen, hab wieder angefangen, meine abonnierten Blogs zu lesen, was ich unmittelbar vor dem Abi aufgegeben hatte (inzwischen hat sich da ein ganz schöner Berg an Artikeln angesammelt, sei es in Blogs, Zeitungen oder Zeitschriften, die alle auf der Lesen-Liste stehen, die so langsam abgearbeitet wird).
Ich sitze ziemlich viel vor dem Laptop, mache was fürs Colloquium oder auch nicht und lasse mich leider immer mal wieder ablenken. Zum Beispiel von der Webseite Safenow.org, die zahlreiche Piktogramme zum Verhalten im Notfall (vom US Department of Homeland Security) ironisch kommentiert. So lautet die Verhaltensansweisung zu dem Bild, das am Anfang dieses Artikels zu finden ist:
If you are trapped under falling debris, conserve oxygen by not farting.
Also ich find’s lustig.
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Gestern abend präsentierte und moderierte RTL Angela Merkels Town Hall Meeting, mit dem nun wohl endgültig der Wahlkampf für den kommenden Herbst eingeläutet sein dürfte.
Wobei: War das wirklich ein Townhall Meeting? Eigentlich nicht. Der Tagesspiegel bzw. Die Zeit erklären:
Das klassische amerikanische Town Hall Meeting kennt keinerlei Regeln. Jedes Mitglied einer Gemeinde darf Fragen stellen, seine Meinung äußern oder einfach nur den Antworten der Repräsentanten lauschen. Diese Zusammentreffen haben in den USA eine sehr lange Tradition. Die Teffen dienen nicht nur dem Meinungsaustausch, damit sollen Politiker auch zu aktuellen Fragen beeinflusst werden.
Keinerlei Regeln – darauf wollte sich RTL dann doch nicht einlassen. Die Fragen der Bürger sind durchchoreographiert; wer im Studio sitzt, der bekommt einen kleinen Einspieler, bei dem der persönliche Hintergrund aufgezeigt wird (z.B. der Speditionsunternehmer, der kurz durch seinen Betrieb führt). Dazu gibt es Fragen „von der Straße“, wobei natürlich auch hier die RTL-Redaktion eine Auswahl getroffen hat. Zudem bestand die Möglichkeit, über das Videoportal Clipfish oder über SpiegelOnline Fragen einzureichen. Ich habe nicht die komplette Sendung gesehen, aber trotzdem ist mir keine einzige Frage aufgefallen, die „online eingereicht“ wurde. Und dabei hätte es da die Chance gegeben, durch witzige Einspieler und kritische Fragen die Diskussion auf ein anderes Niveau zu führen (zum Beispiel mit diesem Video, das eventuell sogar aus der SPD-Wahlkampfzentrale direkt kam).
Im Gegensatz zum amerikanischen Wahlkampf traf aber RTL als Sender eine Vorauswahl der Fragen, er machte mit den Inhalten der Bürger seine Sendung. Ein Town Hall Meeting ist das nicht, da kann jeder Fragen was er will. Es geht ja auch gerade darum, den Kandidaten auf heiklen Themengebieten zu erwischen. „Joe the Plumber“, der zu Berühmtheit kam, als er im Vorwahlkampf Barack Obama direkt ansprach und ihm an seinem eigenen Beispiel vorrechnete, was für Probleme seine Steuerpolitik für Unternehmer mit sich bringen würde (und konsequenterweise später John McCain im Wahlkampf unterstütze), wäre wahrscheinlich durch die RTL-Redaktion unmöglich gemacht worden. Vielmehr brachte man die üblichen Fragen und unterlegte sie mit realen Beispielfällen.
Den Mut, den direkten Kontakt mit den Bürgern zuzulassen und – wie Barack Obama – selbst durch das Publikum zu schreiten, um Fragen zu beantworten, brachte offenbar weder RTL noch Angela Merkel auf.
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