So langsam geht es zu Ende, das aktuelle Schuljahr, und Wehmut überkommt mich. Es war kurz, es war verdammt kurz. Und es war mein letztes vollständiges Jahr am Gymnasium. Die nächsten Sommerferien werde ich nicht als Schüler erleben. Noch acht Monate, dann werde ich meine Schullaufbahn beenden – beängstigend!
Montag waren Kurzstunden (jede Stunde dauert 30 statt 45 Minuten, statt nach zwei gibt es nach drei Stunden eine Pause, der Unterricht endet um 11:15, da der Nachmittagsunterricht entfällt), ich war deswegen früh daheim. Am Nachmittag habe ich mein Auto gewaschen. Um’s kurz zu machen: Es fiel auf, dass ich das länger nicht getan hatte. Dauerte lange, hatte aber ein sehr befriedigendes Ergebnis. Tut wirklich gut, das jetzt endlich erledigt zu haben.
Heute war Schülertriathlon angesagt, als Rettungsschwimmer der Wasserwacht musste ich deswegen nicht in die Schule, sondern wurde im Rahmen des Triathlons eingesetzt. Ziemlich entspannt: Am Beckenrand stehen und zugucken, meistens zumindest. Es war bei den meisten Startern offensichtlich, ob sie im Verein schwimmen oder nicht. Es gab einige ausgezeichnete Kraul-Schwimmer zu sehen (vor allem Mädels), die größtenteils beim ESC trainieren (von der Wasserwacht kannte ich sie jedenfalls nicht), auch sehr beeindruckend war ein Junge, der mit einer ausgezeichneten Brust-Technik die kraulende Konkurrenz in Schach hielt und dann im letzten Viertel zum Kraul-Sprint (technisch etwas unsauber) ansetzte und sich den Sieg erkämpfte.
Das waren einige der erfreulichen Seiten der Schwimmer, es gab allerdings auch zwei dunkle Seiten: Ein Mädchen kämpfte sich mit Ach und Krach über die 50m und ich hatte tatsächlich bedenken, gleich ins Wasser springen zu müssen. Im Vergleich zum zweiten Fall war das aber noch harmlos: Es war wieder ein Mädchen, das dieses Mal aber noch ungeeigneter fürs Schwimmen war. 200m hätte sie schwimmen sollen, nach 25m habe ich sie zum ersten Mal entdeckt – sie klammerte sich an der Leine fest. (Die Anderen hatten sie schon länger unter Beobachtung.) Dann ließ sie wieder los, machte drei, vier kurze Züge und hielt sich wieder an der Leine fest, hangelte sich etwas vorwärts. Am Ende ihrer ersten 50m wurde sie von einer Konkurrentin überrundet, die gerade ihre 150m beendete und sich auf dem Weg zum Schluss-Spurt machte. Nach 50m wurde das Mädchen aus dem Rennen genommen, das war wohl das Beste für alle Beteiligten… Ich hatte jedenfalls arge Bedenken, ob sie die 200m packt, rein körperlich. Wenn sie nach 25m schon verzweifelt in den Seilen hing (und ich weiß nicht, ob sie das vorher schon getan hatte), dann wird es ihr auf den restlichen 175m wohl auch nicht besser gehen.
Man fragt sich in solchen Momenten schon, was Eltern und/oder Kinder antreibt, sich als Schwimmer anzumelden. Ist es das falsche Verständnis von “Dabeisein ist alles”? Ich befürchte es… (Und möchte an dieser Stelle auch nicht unterschlagen, dass ich wirklich Mitleid mit dem kleinen Mädchen hatte, dass da in etwas hineingeriet, dem sie in keiner Weise gewachsen war.)
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