So, die erste Woche Schule nach den Ferien ist vorüber. Heute war die K13 noch einmal in der Schule, hat ihren Cheerleading-Tanz geübt und darauf gewartet, dass ihnen heute nachmittag ihre Abi-Noten mitgeteilt werden. Obwohl ich mit den meisten nicht allzu viel zu tun hatte und sie nur vom Sehen oder aus wirklich kurzen Gesprächen kenne, ist es schon seltsam, sie jetzt nicht mehr zu sehen, nicht mehr so oft zumindest. Und was noch viel seltsamer ist: Auf einmal gehöre ich zu den ältesten Schülern im Haus. In solchen Momenten denkt man daran, dass man in ziemlich genau einem Jahr auch zu denen gehören werde, die diese eine Schule und auch das Schulsystem im Allgemeinen verlassen werden.
Heute morgen habe ich meine zweite (und letzte) Kunst-Klausur geschrieben. Ich mag bildende Kunst, obwohl ich kein großer Künstler bin, aber ich finde es irgendwie interessant, vor allem die moderneren Epochen. Das große Thema der Klausur war der Expressionismus, für den ich mich durchaus begeistern kann (vor allem für Max Beckmann). Im praktischen Teil sollten wir den Entwurf zu einem Linolschnitt fertigen, thematisch ging es um Georg Heyms Gedicht «Der Gott der Stadt». Hat mir irgendwie Spaß gemacht, unter Zeitdruck daran zu arbeiten, vor allem weil ich das Gedicht wirklich spannend fand.
Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit
Die letzten Häuser in das Land verirrn.Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal,
Die großen Städte knien um ihn her.
Der Kirchenglocken ungeheure Zahl
Wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer.Wie Korybanten-Tanz dröhnt die Musik
Der Millionen durch die Straßen laut.
Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik
Ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut.Das Wetter schwelt in seinen Augenbrauen.
Der dunkle Abend wird in Nacht betäubt.
Die Stürme flattern, die wie Geier schauen
Von seinem Haupthaar, das im Zorne sträubt.Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust.
Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt
Durch eine Straße. Und der Glutqualm braust
Und frißt sie auf, bis spät der Morgen tagt.
Quelle: Zeno.org
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