Max macht Abitur

Horrorwochen, Teil 11. Diesmal ohne Horrorwochen

26. April 2008 · Keine Kommentare

Der Tag heute war wirklich okay für die Wochen. Eine Flucht aus dem Klausurenstress. Problem: Nur weil man ihn sich wegdenkt, ist der noch lange nicht weg. Und richtig scheiße wird’s erst, wenn - wie heute - ein ganzer Tag nicht gelernt wurde und das deswegen an den folgenden Tagen nachgeholt werden muss. Aber egal, dafür war’s heute richtig gut.

Meine Magen-Darm-Geschichte von gestern war heute morgen wie weggeblasen. Yippeh! Also auf zum Russisch-Crashkurs in der Schule, wo man uns wenigstens ein paar Brocken Russisch beibringen wollte. Auf den ersten Blick ist das komplizierteste an Russisch die Schrift. Wir haben zu Beginn ein paar Buchstaben gelernt und mit denen kommt man schon ganz gut zurecht. Kompliziert wird’s erst, wenn die Buchstaben sich wundersam vermehren und auf einmal vor dem geistigen Auge alle gleich aussehen. Man kennt dann ein paar Buchstaben, ein paar andere rät man und puzzlet sich so Worte zusammen. Macht aber richtig Spaß, wenn man zu fünfzehnt puzzlet, so muss sich in etwa eine erste Klasse anhören, wenn sie gerade lesen lernt. Die vielen unbekannten Buchstaben sind eine Sache, noch viel schlimmer finde ich allerdings die kyrillischen Buchstaben, die wie lateinische Buchstaben aussehen, aber in der kyrillischen Schrift eine andere Lautbedeutung haben. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach: Man schreibt “B”, spricht aber ein deutsches W - und muss sich das natürlich merken und anwenden. Ist schon unfassbar, wie eng man auf unser lateinisches Schriftsystem begrenzt ist und sofort ins Schleudern kommt, wenn man sich mal kurzfristig umstellen soll. Das Tolle an unserer Russisch-Lektion: Wenn man die Wörter richtig liest, versteht man oft auf Anhieb, was sie bedeuten. Russisch hat total viele Lehnwörter aus dem Deutschen und aus dem Englischen. Bei den Wörtern, die wir heute vor uns hatten, musste man nur richtig lesen können und hatte dann schon fast gewonnen. Wenn das im russischen Alltag auch so ist, dann wird unser typisches Russland-Bild wohl so sein, dass wir in Grüppchen vor irgendwelchen Schildern stehen und uns Buchstabe für Buchstabe zusammenbasteln, was da steht, bevor ein “Aaaaaaah!” durch die Menge geht. ;-) Irgendwie bezweifle ich aber, dass das auch in Realität so sein wird und befürchte viel mehr, dass wir uns auf “Ja”, “Nein”, “Bitte”, “Danke” und “Auf Wiedersehen” beschränken werden und den Rest auf Englisch regeln.

Direkt danach bin ich mit Daniel, Hannes und Lisa nach Heroldsberg zum Anbaden gefahren (Ingrid und Ann-Ka waren auch da und natürlich auch der Chef). Ich war zum dritten Mal dabei und es ist immer wieder geil, mit netten Leuten einen Nachmittag in einem noch nicht geöffneten Freibad zu sitzen. :-D Als ich dort war, war es ein Mal extrem kalt und windig und das andere Mal
extrem warm und das Freibad hatte bereits geöffnet. Heute war es eine Mischung: Wir waren um drei Uhr da und das Wetter war prächtig, die Sonne schien und es war warm, ich hatte schon bereut, meine Sonnenbrille zu Hause gelassen zu haben, auf der Hinfahrt hatten wir im Auto schon die Klimaanlage angeschmissen. Aber um eta 15:45 zog der Himmel zu, Wind kam auf, die Temperaturen sanken aus dem 20er- in den 10er-Grad-Bereich. Bei der Ankündigung, dass wir in ein paar Minuten ins Wasser steigen würden, wurde dann auch noch die hochoffizielle Wassertemperatur verkündet: 14,5 °C. Hört sich jetzt im ersten Moment nicht tragisch an, aber ich empfehle dringend, erst einmal so kaltes Wasser aus dem Hahn laufen zu lassen und dann einmal zu fühlen. Ja, das ist kalt, das ist sehr kalt! (Ich meine im Hinterkopf zu haben, dass die Wassertemperatur bei dem extrem kalten Anbaden ein, zwei Grad darüber lag, allerdings war da die Außentemperatur auch niedriger.) Aber hilft ja alles nichts, nach kurzem Fotoshooting stiegen wir in die Fluten. Wenn man mit trockenem Oberkörper im Wasser steht und die Beine einigermaßen bewegt (sprich: durchs Wasser geht), dann ist die Temperatur ganz okay. Richtig kalt wird es erst, wenn man mit der Brust oder gar dem Kopf ins Wasser geht (scheiß Selbstversuch! :-D )… Also Brustschwimmen ist schon unschön und es wird gewaltig kalt, aber Kraul ist heftiger. Man bekommt von der Kälte des Wassers Kopfschmerzen (ungefähr so wie wenn der Kopf weh tut, wenn man zu schnell zu viel zu kaltes Eis isst, nur eine Spur heftiger). Aber während sämtliche Heroldsberger nach ein, zwei Minuten aus dem Wasser stiegen, hielten wir geschätzte sieben, acht Minuten durch (naja, einer muss ja den harten Mann markieren). Danach haben wir aber echt gezittert! :-D (War aber auch kein Wunder: Hannes, Daniel und ich hatten uns noch eine zünftige Wasserschlacht geliefert und waren dementsprechend mehr oder weniger komplett im Wasser gewesen - bei diesen Temperaturen macht man das freiwillig nicht auf Dauer.) Draußen war’s dann vor allem an den Händen kalt, das gab sich aber auch wieder. Danach wurde wie immer gut gegrillt und nach einigem gemütlichen Beisammensitzen begaben wir uns auf den Heimweg.
Hach, ich liebe Anbaden! Im Freibad hocken mit den anderen Wasserwachtlern, bei extremen Temperaturen ins Wasser gehen - total geil!

Kategorien: Daily News · Hit the road
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