Max macht Abitur

Broadcom-WLAN-Chip unter Ubuntu Gutsy

15. März 2008 · Kommentar schreiben

Die folgende Anleitung bezieht sich auf Ubuntu 7.10 „Gutsy Gibbon“, kann aber relativ unkompliziert auf Ubuntu 8.04 LTS „Hardy Heron“ angepasst werden. Näheres dazu am Ende des Beitrags.

Heute etwas völlig Nebensächliches für die meisten Blog-Leser hier. Ist eher für die Leute gedacht, die per Google oder anderen Suchmaschinen auf dieses Blog stoßen. Der Nicht-Suchmaschinen-Leser sei also gewarnt: Achtung! Extremer Technik-Beitrag! Wahrscheinlich völlig uninteressant!

Wie ich bereits im Blog geschrieben habe, habe ich mir vor ein paar Tagen ein Notebook geleistet, genauer gesagt ein HP 6720s (das zwar von Compaq produziert wird, aber trotzdem das HP-Logo trägt). Unter Windows Vista lief alles perfekt, aber es gab einige Probleme mit meiner geplanten DualBoot-Installation von Ubuntu.

Zunächst einmal weigerte sich die Gutsy-Live-CD, die Festplatte korrekt zu partitionieren und wollte immer nur eine neue Partition einrichten, meckerte aber anschließend, dass man keine swap-Partition eingerichtet habe. Nach einigem Herumprobieren ergab sich für mich folgende bequeme Lösung: Unter Windows Vista mit dem Microsoft-Partitionierungsprogramm (ist standardmäßig beigelegt; einfach in der Hilfe nach „Partition erstellen“ suchen) die gewünschten Partitionen für das zukünftige Linux-System als NTFS-Partitionen erstellen (also schon mit der später angepeilten Größe). Dann die Live-CD starten und bei dem Installationsschritt „Partitionierung“ Manuelle Partitionierung wählen. In dem folgenden Menü wählt man die unter Vista erstellten Partitionen aus (Achtung: Diese tragen nicht die Volume-Bezeichnungen, die man ihnen in Vista verpasst hat, man muss sie anhand ihrer Größe herausfiltern) und formatiert diese mit einem neuen Dateisystem. Jetzt klappt erst einmal die Installation!

Anschließend gab es für mich das Problem, meinen WLAN-Chip zum Laufen zu bewegen. Eigentlich hatte ich gedacht, dass die Verwaltung proprietärer Treiber unter Ubuntu Gutsy zuverlässig funktioniert, dem war allerdings nicht so. Ich konnte den WLAN-Chip zwar wunderbar einrichten, aber zum Laufen bewegen ließ dieser sich nicht. Trotz längerem Herumprobieren in diversen Netzwerkmanagement-Tools von Ubuntu war kein Netzwerk-Scan möglich.

Ein Hilferuf bei Ubuntuusers brachte Hilfe: Man wies mich auf eine Anleitung im Ubuntu-Wiki hin, mit der man den proprietären Treiber auf die Blacklist setzen und die WLAN-Verbindung mit ndiswrapper herstellen könne. Die Anleitung für Broadcom-Chips findet sich hier. Auf meinem HP 6720s liefen alle Schritte einwandfrei durch, nach einem Reboot wurden gleich mehrere Drahtlosnetzwerke gefunden. Bei Problemen mit Broadcom-Chips würde ich empfehlen, einmal genau die Anweisungen aus diesem Dokument zu befolgen, damit sind wirklich alle Fehlerquellen abgedeckt.

Nachtrag! Nach dem Update auf Ubuntu 8.04 „Hardy Heron“ ging das W-LAN erst einmal nicht mehr. Ich fand relativ schnell heraus, wie sich der WLAN-Treiber unter Hardy wieder zum Laufen bewegen lässt. Zum manuellen Start des Treibers benötigt man eine Serie von Kommandos in der Shell (für Linux-Neulinge: auch Terminal genannt, das Linux-Pendant zur Windows-Eingabeaufforderung). Es kann passieren, dass bei den ersten beiden Befehlen Fehlermeldungen ausgegeben werden. Einfach ignorieren und weitermachen.

sudo rmmod b43
sudo rmmod b44
sudo rmmod ssb
sudo rmmod ndiswrapper
sudo modprobe ndiswrapper
sudo modprobe ssb

Damit bekommt man erst einmal den Treiber wieder in Bewegung, allerdings wird er nun nicht mehr bei jedem Systemstart geladen – doch auch das lässt sich automatisieren! Dazu nötig ist die Datei /etc/rc.local (nicht der Ordner, die Datei!). In dieser Datei stehen alle Befehle, die beim Systemstart ausgeführt werden sollen. Um bei jedem Bootvorgang den WLan-Treiber zu starten, müssen folgende Zeilen in die Datei eingefügt werden (wichtig: die Zeile mit dem Inhalt exit 0 muss immer am Ende der Datei stehen, sonst wird das Skript beendet, bevor die gewünschten Kommandos ausgeführt werden):

rmmod ssb
rmmod ndiswrapper
modprobe ndiswrapper
modprobe ssb

Jetzt sollte der Treiber bei jedem Systemstart automatisch gestartet werden – also alles so wie vorher!

So, jetzt ist aber endgültig Schluss mit Tech-Beiträgen.

Kategorien: Max macht was anderes
Mit Tag(s) versehen: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

0 Antworten bis hierher ↓

  • Bis jetzt noch kein Kommentar ... Bring die Sache ins Rollen, und füll das untere Formular aus.

Kommentar schreiben