Max macht Abitur

K12-Partys wieder in Sicht!

31. Januar 2008 · Kommentar schreiben

Nachdem es beim letzten Mal kleine Probleme mit schulfremden Gästen und deren Verhalten gegenüber der Polizei und große Probleme mit der anschließenden Berichterstattung in der örtlichen Presse (Boulevardjournalismus, here we come!) gab, hatte die Stadt Höchstadt beschlossen, die Mietverträge für ihre Örtlichkeiten drastisch zu verschärfen. Neben noch einigermaßen erfüllbaren Maßnahmen wie etwa eine striktere Türpolitik wurde aber vor allem das von der Stadt so verordnete Ende der Veranstaltung um 24 Uhr als drakonisch empfunden.

Der geneigte K-Party-Besucher weiß: Um 12 geht’s erst richtig los, das wäre blanker Blödsinn, bei einem solchen Stimmungshöhepunkt die versammelte Meute vor die Tür zu setzen – zumal nicht davon ausgegangen werden kann, dass die feierwütige Masse zehn Minuten später im heimischen Bettchen liegt und die Hände auf der Decke für ein Nachtgebet platziert.

Umso froher war dann die Schülerschaft des Gymnasiums, als der Stadtrat gestern in einer Sitzung beschloss, den “Um 12 ist Schluss”-Passus für die Vermietung des Jugendclubs (und dem noch nicht eröffneten neuen Jugendzentrum) aus dem Vertrag zu streichen. Gerade wegen dieser Klausel hatten die Kollegstufensprecher nämlich zuletzt beschlossen, das Phönix nicht mehr für Feiern zu mieten – Gründe siehe oben. Wie gesagt, diese Entscheidung des Stadtrates sorgt für Erleichterung unter den Schülern, waren die K-Partys doch schon als Institution bekannt und allseits beliebt. Außerdem finanzieren sie teilweise die Abi-Fahrt und die Abi-Zeitung, die zumindest teilweise vorfinanziert werden muss, bis die Einnahmen durch die Verkäufe sprudeln und leisten damit einen gewaltigen Beitrag, dass jeder bedenkenlos die seine Schullaufbahn abschließende Reise antreten kann, ohne mit bangem Blick nach dem Geldbeutel zu suchen.

Ob die Entscheidung der Politiker reine Wahlkampftaktik war (in wenigen Wochen ist Bürgermeisterwahl und so gut wie alle Kollegiaten sind 18 und damit stimmberechtigt, was in der eher kleinen Stadt Höchstadt die entscheidenden Stimmen ausmachen könnte) oder doch ein Ende der praktizierten Symbolpolitik in Aussicht ist (auf die bösen Jugendlichen zu schimpfen – am besten noch überzogen und unter Verdrehung der Fakten – ist sehr einfach gedacht, kommt aber bei weiten Teilen der älteren Bevölkerung gut an, die zwar die Party nicht am eigenen Leib erlebte, sich aber durch die örtliche Presse fälschlicherweise korrekt informiert glaubte) oder am Ende gar die echte Einsicht steht – ich weiß es nicht. Aber auf die K-Partys, die jetzt wieder möglich sind, freu ich mich trotzdem wie ein Honigkuchenpferd.

Besonders schön an der ganzen Sache finde ich übrigens – das nur zum Abschluss -, dass unser Rektor, der unter der Schülerschaft nicht die enorme Beliebtheit seines Vorgängers genießt, sich klar und deutlich hinter seine Schüler stellte und auch keine Scheu hatte, die Presseberichte für überzogen und verfälscht zu erklären, nachdem er von den Kollegstufensprechern darüber informiert wurde.

Kategorien: Max erklärt
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