Eigentlich sollte dieser Beitrag schon seit einigen Tagen online stehen, aber ich hab’s irgendwie nicht geschafft, mich früher dranzusetzen. Schon komisch, es sind Ferien und ich hab keine Zeit…
Zunächst einmal der Überblick: Insgesamt ist die Auswertung 27 Seiten schwer, also durchaus eine anständige Länge. Nach einem kleinen Grußwort erklärt das Inhaltsverzeichnis, was noch folgen wird: Die Auswertung der Bereiche, wie ich mit Problemen und mit meinen Mitmenschen umgehe. Danach Vorschläge, welchen Beruf ich später einmal ergreifen könnte, anhand von vier praktischen Beispielen. Sehr schön! Abschließend noch ein paar Tipps, wo ich an weitere Infos kommen könne.
Die Allianz erklärt stets ausführlich, was die folgenden Testergebnisse bedeuten… Wieder einmal Striptease von mir, im Folgenden meine Testergebnisse. Meine Leistungsbereitschaft ist genau auf der Grenze zwischen den Bereichen „Mittel“ und „Hoch“. Es heißt dazu:
Die mittlere Ausprägung im Bereich „Leistungsbereitschaft“ deutet darauf hin, dass Sie meist gute Leistungen erbringen. Ihrer Selbstbeschreibung zufolge stoßen Sie zuweilen aber auch an Ihre Grenzen. Im Bereich „Leistungsbereitschaft“ sind Sie demnach ähnlich motiviert wie ein Großteil Ihrer Vergleichsgruppe.
Beim Effektiven Umgang mit Schwierigkeiten liege ich bei so ca. 70%. Die Allianz meint:
Der mittlere Wert im „Effektiven Umgang mit Schwierigkeiten“ ist ein Hinweis darauf, dass Sie nicht sofort aufgeben, wenn Sie auf Probleme stoßen. Ihrer Selbstbeschreibung nach fühlen Sie sich nicht gleich ratlos oder überfordert, wenn Schwierigkeiten auftauchen, sondern bleiben in der Lage nach einer Lösung zu suchen.
Bei Systematik des Lernverhaltens lande ich mit 50% im absoluten Durschnitt – irgendwie überraschend für mich…
Ein mittlerer Wert in der „Systematik des Lernverhaltens“ spricht dafür, dass Sie bemüht sind, sich auch größere und schwierigere Lerninhalte selbst anzueignen, indem Sie möglichst geordnet und systematisch vorgehen. Ihrer Selbstbeschreibung nach stoßen Sie dabei aber manchmal an Ihre Grenzen. Besonders bei unübersicht-
lichen Aufgaben scheint Ihnen die Gliederung in einzelne kleine Arbeitsschritte nicht immer zu gelingen, da Sie einige Informationen übersehen. Damit geht es Ihnen genauso wie den meisten Ihrer Vergleichsgruppe.
Zum Abschluss dieses Kapitels erhalte ich noch Tipps, wo ich weiter an mir arbeiten könnte und wie dies konkret aussehen könnte – eine schöne Sache, allerdings denke ich nicht, dass meine Lernfähigkeiten so schlecht sind, wie es der Test vorgibt.
Meine Konflikt- und Kompromissfähigkeit erhält etwa 65% (handgeschätzt). Die Allianz meint:
Der mittlere Skalenwert im Bereich „Konflikt- und Kompromissfähigkeit“ spricht dafür, dass Sie Probleme mit anderen ansprechen. Bei Konflikten streben Sie erst mal eine ruhige und sachliche Auseinandersetzung an. Ihren Angaben zufolge gelingt Ihnen das aber nicht immer.
Bei der Durschsetzungsfähigkeit rutsche ich gnadenlos ab, lande bei nur 10%.
Ein niedriger Wert im Bereich „Durchsetzungsfähigkeit“ deutet darauf hin, dass es Ihnen oft schwer fällt, den eigenen Standpunkt ge-
genüber anderen Menschen zu vertreten. Gemessen an Ihrer Vergleichsgruppe setzen Sie Ihre Interessen seltener gegenüber anderen Personen durch. Vielleicht ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Sie häufiger auf die Vorschläge anderer eingehen als umgekehrt.
Insgesamt finde ich die Art der Auswertung bei der Allianz sehr gut, aber meine Testergebnisse etwas schwach. Kann sein, dass ich die Fragen nach dem ultra-harten UNICUM-Test nicht mehr wirklich ernst genommen habe und sie nicht mit der Sorgfalt bearbeitet habe, die sie verdient gehabt hätten… Dennoch bin ich so arrogant und behaupte, dass ich in einigen Bereichen schlechter bewertet wurde als ich tatsächlich bin. So!
Beim Situationsgerechten Auftreten erreiche ich knapp 40 Punkte.
Der mittlere Skalenwert im „Situationsgerechten Auftreten“ deutet darauf hin, dass Sie sich Ihrer Wirkung auf Menschen durchaus bewusst sind und sowohl die Umgangsformen als auch angemessene Höflichkeitsformen beherrschen. Trotzdem wollen Sie, dem Testwert nach zu urteilen, anderen nicht um jeden Preis gefallen. Es kann sein, dass Sie in manchen Situationen, die Ihnen selbst nicht wichtig vorkommen, keine Notwendigkeit sehen, sich allen äußeren Umständen anzupassen.
Also den Text finde ich hier zutreffend, aber trotzdem hätte ich mir 60-70 Punkte gegeben. Typische Gymnasiasten-Arroganz halt…
Die Kundenorientierung wird mit etwa 30 Punkten bewertet. Wieder finde ich den Bewertungstext zutreffend, aber die Punktzahl zu niedrig…
Eine durchschnittlich ausgeprägte „Kundenorientierung“ weist darauf hin, dass Sie im Grunde ein Mensch sind, dem es nicht schwer fällt, die Dinge auch mal aus der Sicht anderer Personen zu betrachten. Nach Ihrer Selbstbeschreibung zu urteilen sind Sie in der Lage, die Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Mitmenschen zu erkennen. Vielleicht liegen Sie bei der Wahl von Geschenken nicht immer richtig, größtenteils gelingt es Ihnen aber schon.
Meine Verantwortungsbereitschaft erhält knapp 60 Punkte, es heißt:
Ihr mittlerer Wert bei der „Verantwortungsbereitschaft“ ist ein Hinweis darauf, dass Sie zumeist halten, was Sie anderen versprechen. Ihr Ergebnis deutet aber auch darauf hin, dass Sie nicht immer bereit sind, für alles die Verantwortung zu übernehmen. Sie sind anscheinend auch in der Lage, Verantwortung an andere Personen abzugeben.
Bei der Teamfähigkeit stehe ich knapp unter der 80.
Ihrem durchschnittlichen Wert im Bereich „Teamfähigkeit“ zufolge scheinen Sie, so wie die meisten Personen aus Ihrer Vergleichsgruppe, recht gut im Team arbeiten zu können. Ihren Selbstbeschreibungen zufolge geht Ihnen Teamarbeit aber nicht über alles und Sie können auch gut allein arbeiten.
Bei Zurückhaltung im Umgang mit Anderen lande ich eng unterhalb der 20-Punkte-Marke.
Ihrem niedrigen Wert im Bereich „Zurückhaltung im Umgang mit anderen“ zufolge sind Sie alles andere als schüchtern. Anscheinend haben Sie immer etwas zu sagen und scheuen sich nicht, Ihre Ansichten vor anderen Personen zu vertreten. Darüber, wie Ihre Meinung bei anderen ankommt, machen Sie sich scheinbar weniger Gedanken.
So, das waren jetzt alle Auswertungsergebnisse; es folgen die Berufsvorschläge. Gleichzeitig erklärt die Allianz, dass man die Antwort, dass ich ein Studium anstrebe, bei den Vorschlägen berücksichtigt hat und mir deswegen nur einen Ausbildungsberuf und gleich zwei Studiengänge präsentiert. Toll!
Der Ausbildungs-Vorschlag bezieht sich auf das Hotel- und Gaststättengewerbe. In der entsprechenden Erklärung wird auch genannt, welche Punkte der Auswertung meiner Testergebnisse dafür wichtig sind, sodass ich selbst vergleichen kann, ob ich in diesen Bereichen auch einigermaßen gut bin. Gefällt mir, die Methode!
Ein Studienvorschlag sind Gesellschafts- und Sozialwissenschaften. Klingt sehr interessant, vor allem die konkreten Berufsvorschläge, die sich irgendwo zwischen Psychotherapie und Leitung eines Meinungsforschungsinstituts bewegen – also eine ziemlich große Bandbreite. Zusätzlich wird bei jedem Beruf genannt, welcher konkrete Studiengang am geeignetsten dafür ist.
Die zweite vorgeschlagene Studienrichtung sind Sprach- und Kulturwissenschaften. Nach einer allgemeinen Beschreibung wird klar: Man studiert nicht auf einen bestimmten Beruf hin, sondern hat am Ende eine Palette von Möglichkeiten zur Verfügung. Dementsprechend breit gefächert sind auch die vorgestellten Berufe: so ziemlich alles zwischen Kunsthändler und Fernseh-Regisseur.
Jetzt kommt der Teil, auf den ich am meisten gespannt war. In fiktiven Interviews werden exemplarisch fünf Berufe vorgestellt. Mir werden die Jobs Erlebnis-Gastronom, Dramaturg, Kulturmanager in einem Museum, Politologe im Sozialministerium und Psychotherapeut vorgestellt. Die Interviews sind gut geschrieben, man hört nur an wenigen Stellen durch, dass da kein echter Mensch berichtet.
Auf den letzten beiden Seiten folgt noch einmal eine Linkliste mit Verknüpfungen zu verschiedenen Berufsübersichten, aber auch zu einer BaFög-Erklärung usw.
Fazit
Insgesamt fand ich den Test der Allianz etwas besser. Man bekam verschiedene Berufe vorgestellt, was ich sehr wichtig finde. Die fiktiven Interviews hätten leicht ins Lächerliche abrutschen können, sind es aber nicht. Allgemein kommt mir hier die Auswertung etwas liebevoller vor, auch wenn man sich hier genauso bewusst sein muss, dass es sich größtenteils um Standardtexte handelt. Aber bei der Allianz fällt es eben nicht so auf… Den Test von der Allianz würde ich wirklich weiterempfehlen, da hat mir sowohl der Test selbst als auch die Auswertung Spaß gemacht…
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