So, die Auswertung von UNICUM ist da.
Nachdem ich mir die allgemeinen Aussagen, die schließlich im Hinweis gipfelten, dass man natürlich nur aus Gründen der Lesbarkeit und nicht, weil man Frauen nicht möge, das generische Maskulinum verwendet, zu Gemüte geführt hatte, kommt endlich der interessante Teil: Die Grafiken. Man wird bewertet auf einer Skala von 0 bis 100, wobei man jeweils die Aussagen treffen kann (als Beispiel nehme ich jetzt einfach mal 75): „Ich bin besser als 75% der Bevölkerung.“ Aber eben auch: „25% sind besser als ich!“ Außerdem wird noch mal abgestuft: Bei Werten unter 20 ist man in dem jeweiligen Bereich kaum begabt, bei Werten höher als 80 gilt man als sehr begabt. Dazwischen ist halt so das breite Mittelfeld…
Jetzt aber zu meinen konkreten Ergebnissen: Beim Punkt Problemlösefähigkeit habe ich so ca. 70 Punkte (leicht darüber, man kann es auf den Grafiken nicht so toll erkennen), beim Thema Selbstmanagement kriege ich glatte 85 Punkte und bei Stressresistenz lande ich bei satten 95 Punkten. So, und jetzt Schluss mit Angeben!
So, dann nochmal in Textform:
Ihren Testwerten nach sind Sie im Bereich der abstrakten Problemlösefähigkeit nicht unbedingt ein Überflieger. Prüfen Sie allerdings zunächst, ob Ihre Ergebnisse in diesem Bereich auch auf Ihr Fachgebiet zutreffen: Liegt Ihnen die Bearbeitung von geistig sehr anspruchsvollen Aufgabenstellungen in Ihrem Metier nicht besonders? Wenn dies zutrifft, sollten Sie eventuell keine Stelle anstreben, die Sie intellektuell extrem fordert. Setzen Sie lieber auf Ihre Stärken in der Selbstorganisation und Ihre Fähigkeit, mit starkem Arbeitsdruck gut umgehen zu können. Bedenken Sie, dass die Konkurrenz weiter oben zunimmt, also machen Sie etwas aus Ihrem guten Potenzial und bauen Sie Ihre Stärken weiter aus!
Hmmm, nix intellektuell Forderndes, aber lieber viel Stress… Ich glaub, ich werd Busfahrer! (Wenn sich das mit dem Intellekt auf die Puzzle-Aufgaben bezieht: Ich hasse solche Logik-Sachen, das ist das absolut schrecklichste an so IQ-Tests!)
Beim Thema Leistungsorientierung gibt man mir so um die 37 Punkte, bei Zuverlässigkeit stehe ich knapp über 90. Ich glaub, das mit der Leistungsorientierung geht darauf zurück, dass ich irgendwann mal geantwortet habe, dass ich auch eine schlechter bezahlte Stelle bzw. eine Nicht-Führungsposition annehmen würde, wenn ich dafür mehr Zeit für meine Familie hätte. In Textform heißt es dann wieder:
Achten Sie bei der Stellensuche darauf, dass die angestrebte Position Ihren hohen Ansprüchen gerecht wird und Sie nicht unterfordert werden. Kriterien wie hohes Engagement und Leistungswille sollten Sie aufhorchen lassen. Eine Unternehmenskultur, die Einsatz fordert – und belohnt – müsste nämlich bestens zu Ihrem Profil passen. Wenn Ihnen also eine leistungsgerechte Vergütung und außerdem Karrieremöglichkeiten offeriert werden, sollten Sie nicht zögern und dem Unternehmen Ihre Mitarbeit anbieten!
Jetzt bin ich endgültig verwirrt: Nix geistig Anspruchsvolles (siehe vorher), aber hohe Ansprüche darf ich schon haben. Bitte was?!
Aber weiter, noch ist ja kein Wort dazu gefallen, wie ich mir bei dem „Ich denk mir aus, wie man den Laptop nennen könnte und hab nur 90sec Zeit“-Spielchen abgeschnitten habe. 95 Punkte stehen dort am Ende (der Bereich heißt Freie Kreativität), wobei ich die meisten meiner Vorschläge gehasst habe. Einen Namen für einen Laptop? Hallo?! Bei Gewissenhaftigkeit lande ich so um die 78 herum. Beim Vermeiden von Fehlschlägen lande ich unterhalb der Fünf-Punkte-Marke (genau kann man’s wieder nicht sehen, ich tippe mal auf die 4,5). Angeblich mache ich mir keine Gedanken darüber, ob ich die Aufgaben, die man an mich heranträgt, auch tatsächlich packe. Mögliche Misserfolge und Konsequenzen würde ich angeblich nicht bedenken. Mhm, okay, oder so… Im Text springt dann (trotz der mickrigen Punktzahl bei den Fehlschlägen) ein fettes Lob raus – anscheinend kann man da alles eingeben…
Auffallend ist Ihre ausgeprägte Kreativität – bauen Sie auf dieser Stärke auf und überlegen Sie sich immer wieder etwas Neues! Da Sie außerdem gewissenhaft an die Erledigung Ihrer beruflichen Aufgaben herangehen, scheinen Sie nicht zum Typ des chaotischen Ideenproduzenten zu gehören, sondern sind vermutlich in der Lage, Ihren Einfällen eine gut strukturierte Grundlage zu verschaffen. Weil Sie auch vor der Gefahr eventueller Fehlschläge nicht gerade zurückweichen, bringen Sie sehr gute Grundlagen für die Durchsetzung von Innovationen mit. Machen Sie etwas aus Ihrem vielversprechenden Potenzial – passen Sie aber auf, dass Sie andere nicht mit Ihren Einfällen überrollen und dann zu wenig von Ihren Vorstellungen umgesetzt wird.
In Punkto Gelassenheit lande ich so bei ungefähr 36 Punkten, beim Vermeiden von Zurückweisungen stehe ich genau auf der 35. Kundenorientierung wird mit knappen 70 Punkten bewertet. Auffällig ist hier, dass mir schon zum zweiten Mal ein Job als Sachbearbeiter empfohlen wird. Als ob ich sonst nix vorhätte…
Bei der Konsensorientierung erhalte ich ca. 36 Punkte, meine Einstellung zu Konflikten wird bei knapp über 10 angesiedelt. Beim Durchsetzungsvermögen bin ich dann angeblich wieder top und sacke 80 Punkte ein. Es heißt, ich könne auch in schwierigen sozialen Situationen erfolgreich mit Konflikten umgehen. Jetzt steht’s fest, ich werd Busfahrer für die Linie an der Rütli-Schule…
Mein Kontaktstreben erhält 85 Punkte, meine Teamfähigkeit so ca. 78. Das bedeutet, so der Test, dass besonders Berufe, wo ich mit vielen Leuten zu tun habe, für mich in Frage kommen. Ich sag’s doch, Busfahrer!
Außerdem sollte ich ja noch bewerten, was mir an meinem Beruf wichtig ist. Dort landet Spaß an der Arbeit mit weitem Abstand vor Ethik, danach kommt so Krams wie Image, Hobby, Familie, Macht, Geld, Freunde (in der Reihenfolge). Zum Schluss erhalte ich noch den Tipp, nicht in die Waffenindustrie zu gehen, weil ich ja so ein ethisches Gewissen hätte… Und dann wird erstmal aufgezählt, wer alles mit der Waffenindustrie zu tun hat und deswegen auch böse ist: Maschinenbau, Stahlindustrie, Elektroindustrie, IT-Firmen und die bösen, bösen Finanzdienstleister. Aja.
Der Test (das steht darunter) kommt von einem gewissen Prof. Heinrich Wottawa und reagiert – so kommt es zumindest mir vor – ziemlich schwammig. Er sagt nicht: „Werd Bauarbeiter, du Depp!“, sondern sucht sich immer zu einzelnen Themenpunkten was raus. Ein großes Gesamtfazit fehlt, es sagt mir keiner: „Busfahrer, ne?“ Insgesamt merkt man doch, dass es eine Aneinanderreihung von Standardsätzchen ist, die irgendein Rechner gekonnt aneinandergebastelt hat.
Mal schauen, ob’s die Allianz besser macht.
Die Auswertung von der Allianz ist jetzt übrigens auch schon fertig, aber die präsentier ich euch wann anders…